· 

Metal Hammer Paradise - Heavy Metal trifft auf Urlaubsparadies

Text und Fotos: Dennis Gloth

Gitarrenriffs statt Korallenriffs. Schwarze Klamotten statt Badeshorts. Einmal im Jahr verwandelt sich die Ferienanlage am Weissenhäuser Strand an der Ostsee in ein Festivalgelände. Doch anders als bei den meisten Events dieser Art kannst du hier in Hotelzimmern oder Bungalows nächtigen. Im November ist das natürlich von Vorteil. Auf 3 Bühnen gaben sich in diesem Jahr Bands wie Powerwolf, Doro, Eluveitie, Battle Beast oder Kreator die Klinke in die Hand.

Natürlich wird dem Metal-Fan auch neben den Bühnen einiges an Programm geboten. Autogrammstunden, Band-Contests, Metal-Markt oder Bowling gegen eine Metal-Band sind nur einige Programmhighlights. Außerdem kannst du mit dem Wochenendticket das Badeparadies besuchen. Gegen einen kleinen Aufpreis stehen Poolbillard, Kegeln, Minigolf etc. zur Verfügung. Langweilig wird es dort also definitiv nicht.

 

Für leibliches Wohl ist selbstverständlich auch gesorgt. Entweder verpflegst du dich in einem der zahlreichen Cafés und Bistros oder du gehst einfach zu EDEKA Jens, der sich direkt auf dem Gelände befindet und kochst dir etwas im Bungalow.

Tag 1

Nachdem ich mir im letzten Jahr noch ein Hotelzimmer mit einem Freund teilte, waren wir in diesem Jahr zu fünft dort. Für diese Anzahl von Leuten sind die Bungalows perfekt geeignet, wobei ich die Schlafqualitäten auf dem ausziehbaren Sofa nicht aus eigener Erfahrung bewerten kann. Ansonsten sind die Bungalows mit allem ausgestattet, was man zum Leben so braucht. Küche mit Kühlschrank, Kaffeemaschine, Kochstelle usw..

Beyond the Black

v.li. Jennifer Haben (Beyond the Black, Vocals) and Stefan Herkenhoff (Beyond the Black, Bass) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Jennifer Haben (Vocals) und Stefan Herkenhoff (Bass) auf dem Metal Hammer Paradise 2017
Chris Hermsdörfer (Beyond the Black, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Chris Hermsdörfer (Guitars)
Jennifer Haben (Beyond the Black, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Jennifer Haben (Vocals)
v.li. Chris Hermsdörfer (Beyond the Black, Guitars) and Jennifer Haben (Beyond the Black, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Chris Hermsdörfer (Guitars) und Jennifer Haben (Vocals)

Zu meinem Glück war das Billing größtenteils so aufgeteilt, dass ich quasi alle Bands sehen konnte, die ich auf meiner persönlichen Liste hatte. Den Anfang machten am Freitag Beyond the Black, auf die ich durch deren Song „Lost in Forever“ aufmerksam wurde. Die Band um Sängerin Jennifer Haben wird quasi als die deutsche Antwort auf Nightwish und Within Temptation gehandelt. Das die Latte da natürlich hoch liegt, brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Da ich von der Band im Vorfeld kaum etwas kannte, kann ich das allerdings auch (noch) nicht wirklich beurteilen. Mit Lost in Forever, Beautiful Lies oder Beyond the Mirror (alle vom zweiten Album „Beyond the Black“) um nur einige Beispiele zu nennen, hat das Sextett aber schon einige Songs mit Ohrwurmpotential im Repertoire.

 

Weitere Infos zu Beyond the Black

Doro

Doro Pesch (Doro, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Doro (Vocals) heizte dem Publikum so richtig ein
Nick Douglas (Doro, Bass) at the Metal Hammer Paradise 2017
Nick Douglas (Bass)
Luca Princiotta (Doro, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Luca Princiotta (Guitars)
Doro Pesch (Doro, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Doro (Vocals)

Ich bin und war nie der große Doro Fan. Trotzdem wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die gebürtige Düsseldorferin einmal live auf der Bühne zu sehen. Nicht umsonst wird Doro Pesch als „Metal-Göttin“ (MHP Programmheft) bezeichnet. Mit Hits wie „All We Are“ oder „Für immer“ zieht sie ihre Fans seit Jahren in den Bann. Die Frau verfügt über eine mega Bühnenpräsenz und ich bereue es nicht, mir ihr Konzert gegeben zu haben.

 

Weitere Infos zu Doro

Powerwolf

Attila Dorn (Powerwolf, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Attila Dorn (Vocals) trat mit Powerwolf als Headliner auf der Maximum Metal Stage auf.
Charles Greywolf (Powerwolf, Bass, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Charles Greywolf (Bass, Guitars)
v.li. Matthew Greywolf (Powerwolf, Guitars) and Charles Greywolf (Powerwolf, Bass, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Matthew Greywolf (Guitars) und Charles Greywolf (Bass, Guitars)
v.li. Charles Greywolf (Powerwolf, Bass, Guitars) and Attila Dorn (Powerwolf, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Charles Greywolf (Bass, Guitars) und Attila Dorn (Vocals)

Den Hauptact des Tages hatten Powerwolf inne. Die Saarbrücker solltest du unbedingt einmal live performen sehen, denn zu ihren Songs bot das Quintett eine hammermäßige Show. Die ganze Bühne verwandelte sich in einen sakralen Ort, an dem die Band zusammen mit den Fans zu Hits wie „Sanctus Dominus“ oder „We drink your blood“ ordentlich abfeierte. Der perfekte Abschluss des Tages also.

 

Weitere Infos zu Powerwolf

Aftershowparty

v.li. Dj Eisenhauer and Jörg das Metal at the Metal Hammer Paradise 2017
Die Dj's Eisenhauer und Jörg das Metal haben das Witthüs ab 00:30 nochmal richtig zum Kochen gebracht

Wenn du immer noch keinen Tinitus von der Musik oder keine Nackenstarre vom Headbangen hast, kannst du den Abend im „Witthüs“ bei der Aftershowparty ausklingen lassen. Hier legen DJ’s genau die richtige Metal-Mischung auf, um noch einmal alles aus dem Publikum rauszuholen. Zu Hits wie „Breaking the Law“ von Judas Priest oder „Run to the Hills“ von Iron Maiden geht es in der „Metal-Disco“ noch einmal richtig ab.

Tag 2

Seebrücke am Weissenhäuser Strand (Ostsee, Deutschland)
Auf der Seebrücke kann man sich ein bisschen den Wind um die Nase wehen lassen.
Läuft Aufkleber am Weissenhäuser Strand
Läuft ...
Der Weissenhäuser Strand an der Ostsee, Deutschland
... am Weissenhäuser Strand.

Nach dem Frühstück haben wir einen kleinen Spaziergang an den Strand gemacht. Wenn du schon mal da bist, solltest du doch wenigstens auch einmal das Meer gesehen haben, bevor es auf den Stages wieder zur Sache geht. 

Majesty

v.li. Tarek „MS“ Maghary (Majesty, Vocals) and Emanuel Knorr (Majesty, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Tarek „MS“ Maghary (Vocals) und Emanuel Knorr (Guitars) haben mit den Fans eine geniale Matal-Party zelebriert.
v.li. Tarek „MS“ Maghary (Majesty, Vocals) and Emanuel Knorr (Majesty, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Tarek „MS“ Maghary (Vocals) und Emanuel Knorr (Guitars)
Tarek „MS“ Maghary (Majesty, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Tarek „MS“ Maghary (Vocals)
Emanuel Knorr (Majesty, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Emanuel Knorr (Guitars)

Um 15:30 startete mit Majesty der nächste Gig, den ich auf keinen Fall verpassen wollte. Als ich im Vorfeld des Festivals las, dass die Jungs aufteten würden, habe ich mir bei Youtube einen kleinen Überblick über die Band verschafft. Dabei lies mich ein Song nicht mehr los. „Rebels of our time“ vom Album Rebels lief Tage vor dem Wochenende bei mir rauf und runter. Aber auch „Yolo HM“, „Die like Kings“ oder „Fighting till the end“ haben den Balltic Ballroom absolut zum Kochen gebracht. Nach dem Konzert bin ich dann direkt zum Stand von Hot Shot Records gegangen, um mir die Platte zu kaufen und gleich noch signieren zu lassen.

 

Weitere Infos zu Majesty

Battle Beast

Noora Louhimo (Battle Beast, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Sängerin Noora Louhimo (Vocals) hat das Publikum mit ihrer Power wörtlich mitgerissen.
v.li. Janne Björkroth (Battle Beast, Keybords) and Joona Björkroth (Battle Beast, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Janne Björkroth (Keybords) und Joona Björkroth (Guitars)
v.li. Janne Björkroth (Battle Beast, Keybords) and Eero Sipilä (Battle Beast, Bass) at the Metal Hammer Paradise 2017
v.li. Janne Björkroth (Keybords) und Eero Sipilä (Bass)
Noora Louhimo (Battle Beast, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Noora Louhimo (Vocals)

Als nächstes standen die Schweizer von Eluveitie auf meiner Liste. Da bis zu dem Auftritt noch etwas Zeit war, hatte ich mir noch ein bisschen was von Battle Beast angesehen. Die Finnen machen geilen Achziger Jahre Heavy Metal und ich bin froh, dass ich zufällig auf die Band gestoßen bin. Deren aktuell größter Hit (glaube ich zumindest) „King for a Day“ ging mir auch nach dem Konzert nicht mehr aus dem Kopf.

 

Weitere Infos zu Battle Beast

Eluveitie

Fabienne Erni (Eluveitie, Vocals, Celtic Harp, Mandola) at the Metal Hammer Paradise 2017
Fabienne Erni (Vocals, Celtic Harp, Mandola) zog das Publikum mit ihrer wahnsinns Stimme in ihren Bann.
Rafael Salzmann (Eluveitie, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Rafael Salzmann (Guitars)
Michalina Malisz (Eluveitie, Session Hurdy Gurdy) at the Metal Hammer Paradise 2017
Michalina Malisz (Session Hurdy Gurdy)
Chrigel Glanzmann (Eluveitie, Vocals, Whistles, Mandola, Backpipes, Bhodran) at the Metal Hammer Paradise 2017
Chrigel Glanzmann (Vocals, Whistles, Mandola, Backpipes, Bhodran)

Nun aber zurück zu Eluveitie. Von den Helvtiern befand sich bis dato ein Album in meiner CD Sammlung. Durch den Metal Hammer wurden ein Freund und ich vor vielen Jahren auf die Pagan-Metaller aufmerksam. 2008 kaufte ich mir deren zweites Album Slania, was bei mir Monate lang rauf und runter lief. Trotzdem habe ich die Band danach irgendwie nicht mehr weiter verfolgt. Vielleicht auch gerade, weil ich mich an dem Album, sagen wir mal überhört habe. Aber einen Song habe ich auch nach knapp 10 Jahren immer noch im Gedächtnis behalten, Inis Mona. Das Konzert bot also eine gute Gelegenheit, mal zu schauen bzw. zu hören, was in der Zeit zwischen Slania und heute so passiert ist. Es hat sich gelohnt, denn Eluveitie war für mich eine der Überraschungen überhaupt auf dem Festival.

 

Nach inzwischen sechs Studioalben, ist mit Evocation II – Pantheon in diesem Jahr ihr siebtes Werk erschienen, dass sich von den vorherigen Alben etwas abhebt. Denn mit Evocation II - Pantheon veröffentlichten sie erstmals ein Akustikalbum, das weniger brachial klingt als z.B. Slania. Auch die neue Scheibe wanderte nach dem Auftritt  der Band postwendend in meinen Besitz über. Hier empfehle ich die Songs „Lvgvs“ und „Ogmios“, die sich bei mir zu absoluten Ohrwürmern entwickelt haben.

Matteo Sisti (Eluveitie, Whistles, Backpipes, Mandola) at the Metal Hammer Paradise 2017
Matteo Sisti (Whistles, Backpipes, Mandola)
Nicole Ansperger (Eluveitie, Fiddle) at the Metal Hammer Paradise 2017
Nicole Ansperger (Fiddle)
Alain Ackermann (Eluveitie, Drums) at the Metal Hammer Paradise 2017
Alain Ackermann (Drums)

Letztendlich fand ich die Band so krass gut, dass ich mir direkt nach dem Festival ein Ticket für deren Gig am 06.12.2017 im Tivoli Bremen besorgt habe.

 

Weitere Infos zu Eluveitie

Amaranthe

Elize Ryd (Amaranthe, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Amaranthes Frontfrau Elize Ryd (Vocals) lies sich von zeitweise technischen Problemen nicht aus der Ruhe bringen.
Elize Ryd (Amaranthe, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Elize Ryd (Vocals)
Olof Mörck (Amaranthe, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Olof Mörck (Guitars)
Johan Andreassen (Amaranthe, Bass, Vocals) und Henrik Englund Wilhelmsson (Amaranthe, Vocals) at the Metal Hammer Paradise 2017
Johan Andreassen (Bass, Vocals) und Henrik Englund Wilhelmsson (Vocals)

Nach so einem hammergeilen Konzert ist es natürlich schwierig, da noch einen draufzulegen. Wieder zog es mich in den Baltic Ballroom. Dieses Mal zu Amaranthe. Die Band kannte ich auch nur von you Tube. Songs wie „The Nexus“ oder „Maximize“ machten aber Lust auf mehr. Leider muss ich rückblickend sagen, dass ich von dem Gig etwas enttäuscht war. Das lag aber viel weniger an der Band als an der Technik. Irgendwie lief es nicht rund und so hatten die Schweden immer wieder mit Tonausfällen zu kämpfen. Das hat die angekündigte Metalsause letztendlich ein wenig getrübt.

 

Weitere Infos zu Amaranthe

Kreator

Miland "Mille" Petrozza (Kreator, Vocals, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Miland "Mille" Petrozza (Vocals, Guitars) hat den Fans mit Kreator noch mal so richtig gezeigt, wo der (Metal) Hammer hängt.
Christian "Speesy" Giesler (Kreator, Bass) at the Metal Hammer Paradise 2017
Christian "Speesy" Giesler (Bass)
Miland Petrozza (Kreator, Vocals, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Miland Petrozza (Vocals, Guitars)
Miland Petrozza (Kreator, Vocals, Guitars) and Sami Yli-Sirniö (Kreator, Guitars) at the Metal Hammer Paradise 2017
Miland Petrozza (Vocals, Guitars) und Sami Yli-Sirniö (Guitars)

Den krönenden Abschluss des Metal Hammer Paradise 2017 bildeten die Trash-Metaller von Kreator. Seit den Achtzigern gehören die Jungs um Frontmann „Mille“ Petrozza zum WHO is WHO der deutschen Trash-Metal-Szene. Schon vor dem Auftritt war die Stimmung vor der Maximum Metal Stage fantastisch. Bevor die Fans zu „Endless Pain“ oder „Pleasure to Kill“ noch mal so richtig loslegen konnten, sangen sie sich vorab zum Iron-Maiden-Klassiker „Run to the Hills“ ein. Als Kreator dann die Bühne stürmten, gab es kein Halten mehr. Die Jungs brannten ein brachiales Feuerwerk der (musikalischen) Zerstörung ab und die Fans gaben beim Circle Pit vor der Bühne noch mal alles. Kreator bildeten so den perfekten Abschluss des Festivals.

 

Weitere Infos zu Kreator

Fazit

Maximum Metal Stage at the Metal Hammer Paradise 2017

Natürlich konnte ich nicht alle Bands sehen, sondern musste mir meine Favoriten im Vorfeld rauspicken. Das Line-Up war aber Genre-Technisch so gut organisiert, dass ich voll auf meine Kosten kam und alles gesehen habe, was ich mir vorgenommen hatte. Kritisieren muss ich an dieser Stelle neben den Soundproblemen bei Amaranthe noch eine ganz andere Sache - sie Sicherheit. Vor jedem Konzertsaal stehen am Einlass Sicherheitkräfte, die aber außer einen hastigen Blick auf das Festivalbändchen zu werden scheinbar keine weitere Funktion haben. Anders kann ich mir die Bedrohung mit einem Messer gegen einen meiner Freunde im Baltic Ballroom jedenfalls nicht  erklären. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf.

 

Schlussendlich war es aber wieder mal ein geiles Festival und der Termin für 2018 ist natürlich auch schon im Kalender vorgemerkt.

 

Weitere Infos zum Metal Hammer Paradise

Kommentar schreiben

Kommentare: 0